Gemeinsam unterwegs

Die „Kirche im Wesertal“ wächst zusammen
Unsere Kirchengemeinden im Wesertal stehen vor Veränderungen – und gleichzeitig vor großen Chancen. Was sich in manchen Bereichen schon länger bewährt hat, wird nun von Kirchenvorständen und Verbandsvorstand konsequent weitergedacht:
Wir arbeiten enger zusammen, bündeln Kräfte und gestalten unsere Kirche gemeinsam.
Der Hintergrund ist klar:
Unsere Gemeinden werden kleiner, während der Verwaltungsaufwand wächst. Dem wollen wir bewusst entgegenwirken. Indem wir Abläufe vereinheitlichen und Aufgaben zusammenlegen, schaffen wir Freiräume für das, worauf es ankommt: lebendige Gemeinschaft, persönliche Begegnungen und ein vielfältiges Gemeindeleben.
Ein Beispiel dafür ist die Konfirmandenarbeit, in der die Zusammenarbeit bereits seit längerem gut funktioniert. Hier werden die bisherigen zwei Modelle nun zusammengeführt und weiterentwickelt (siehe hier).
Auch im Bereich der Gottesdienste gehen wir neue Wege. Ab dem neuen Jahr wird es in unseren sechs Gemeinden an jedem Sonntag verlässlich drei Gottesdienste geben, statt wie bisher vier.
Grund hierfür ist die Reduzierung der Pfarrstellen aufgrund von Kirchenaustritten, Pensionierungen und Pfarrer:innenmangel, aber auch die Erkenntnis, dass der reguläre Sonntagsgottesdienst in den meisten Gemeinden wenig besucht wird.
Wir meinen daher: An einem „normalen“ Sonntag lieber an einem Ort weniger feiern – aber dafür mit mehr Menschen gemeinsam. Mal traditionell und mal modern. Mit guter Qualität, mehr Beteiligung und vielfältigen Formen, Musikstilen und Zielgruppen. Hiermit hat sich eine Gottesdienstgruppe mit KV-Mitgliedern aus allen Gemeinden intensiv befasst (siehe hier).
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Zusammenlegung der Pfarrbüros zu einem regionalen Büro. Vieles, was bisher parallel und unterschiedlich organisiert wurde, wird vereinheitlicht.
Das macht zunächst zusätzliche Arbeit. Denn es müssen Hängeregistersysteme und auch die alltäglichen Verwaltungsdinge zusammengeführt werden. Einladungen zu Jubelkonfirmationen, Geburtstagsbesuche, Urkunden, Ablagen – all das wird bisher in jeder Gemeinde ein wenig anders gehandhabt. Nun beginnen wir, diese Abläufe zu vereinheitlichen. Das erleichtert die Arbeit und spart Zeit und Kosten.
Ein weiterer positiver Effekt sind die verlängerten Öffnungszeiten. Gemeindeglieder aus allen Gemeinden können nun fast an jedem Wochentag im Pfarrbüro ihre Anliegen klären. Es werden kaum längere Wege anfallen, wo die allermeisten Vorgänge inzwischen ohne-hin digital oder per Telefon erledigt werden. Gleichzeitig wachsen die Teams enger zusammen und können sich in Zukunft gegenseitig vertreten.
Auch unsere Gemeindebriefe sollen zu einem Zeichen der neuen Zusammenarbeit werden:
Statt mehrerer einzelner Ausgaben gibt es künftig eine gemeinsame Ausgabe für alle sechs Gemeinden. Es reduziert den Aufwand erheblich, wenn derselbe Artikel oder Gottesdienstplan nicht mehr in fünf verschiedene Layouts eingefügt werden muss. Zudem senkt eine höhere Gesamtauflage die Druckkosten, macht die Abstimmung einfacher und weniger fehleranfällig – und hoffentlich auch die Lektüre abwechslungsreicher.
All diese Veränderungen folgen einem gemeinsamen Ziel:
Ressourcen sinnvoll einsetzen und Kräfte bündeln, damit mehr Zeit und Energie für die Menschen vor Ort bleibt. Oder anders gesagt: Gemeinsam geht vieles leichter.
Ein erster sichtbarer Schritt wird die erste gemeinsame Ausgabe des Gemeindebriefs zum 1. Dezember sein.
Wir freuen uns darauf, diesen Weg miteinander zu gehen – als „Kirche im Wesertal"
Vorstellung Sarah-Madeleine Keller

Liebe Lesende,
seit dem 1. Mai arbeite ich im Gemeinschaftlichen Pfarramt Wesertal und im Evangelischen Kirchengemeindeverband Kirche im Wesertal mit.
Wer bin ich?
Mein Name ist Sarah-Madeleine Keller, ich bin in Steinbergen aufgewachsen, getauft und konfirmiert.
Ursprünglich komme ich also aus der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe. Nach meinem Abitur im Jahr 2005 habe ich in Bethel/Bielefeld, Marburg, Göttingen und Münster studiert.
Während meines Vikariats und in meinen ersten 10 Dienstjahren war ich in der Landeskirche Schaumburg-Lippe tätig.
Nun steht ein beruflicher Neuanfang näher an meiner Heimat an und im August werden mein Sohn und ich sogar wieder zurück nach Steinbergen ziehen.
Was bringe ich mit?
- Schwerpunkte im Bereich Arbeit mit Kindern, Konfis, Jugendlichen und Familie
- Große Freude bei der Gestaltung und gemeinsamen Feier von Gottesdiensten - insbesondere Formen zum Mitmachen und Mitreden – sowie das Ausprobieren neuer Ansätze und musikalischer Möglichkeiten.
- Erfahrungen in der Besuchsdienst und Senior*innen-Arbeit
- Dankbarkeit und Faszination für die Möglichkeiten meines Berufes, Menschen in verschiedenen Lebenslagen begleiten zu dürfen
- Offenheit und Neugier für die vielfältigen Ausdrucks- und Lebensweisen unseres christlichen Glaubens und einer bunten christlichen Gemeinschaft
- Und noch so vieles mehr, über das ich gerne im persönlichen Gespräch erzähle.
Was werden meine Arbeitsbereiche im Kirchengemeindeverband sein?
Wie und in welchem Umfang ich meine Erfahrungen und Schwerpunkte im Gemeinschaftlichen Pfarramt und im Kirchengemeindeverband einbringen werde, wird sich mit der Zeit herausstellen.
Zuerst einmal möchte ich hören und fragen: Wo kommen Sie her? Wo ist Bedarf und wo nicht? Wo wollen wir hin und wie kann der Weg dahin aussehen?
Ich freue mich sehr auf die bevorstehenden Gespräche und bin gespannt darauf, gemeinsam im Kirchengemeindeverband neue Wege zu entdecken und zu gestalten.
Mit herzlichen Grüßen Ihre Sarah-Madeleine Keller
Gemeinsames Gottesdienstkonzept

Im Kirchengemeindeverband „Kirche im Wesertal“
Wie sollen Sonntag für Sonntag Gottesdienste und Andachten gefeiert werden, damit Gemeindeglieder gerne hingehen und sich in der Gemeinschaft wohlfühlen?
Mit dieser Frage befasste sich die Vollversammlung aller Gemeinden der „Kirche im Wesertal“ (Großenwieden, Deckbergen, Fischbeck, Hessisch-Oldendorf, Segelhorst, Weibeck-Krückeberg) und äußerte den Wunsch nach vielfältigen und abwechslungsreichen Gottesdienstformaten, die von unterschiedlichen Zielgruppen als ansprechend wahrgenommen werden.
Dafür sollen zeitgemäße und traditionelle Feiern mit unterschiedlichen Musikrichtungen, Verkündigungsformen und Beteiligungsmöglichkeiten für Besucherinnen und Besucher zum Tragen kommen.
Wie viele Pastorinnen und Pastoren braucht man eigentlich, damit in den sechs Kirchengemeinden der „Kirche im Wesertal“ sonntags Gottesdienste gefeiert werden können?
Eine Arbeitsgruppe mit Kirchenvorsteh-rinnen und Kirchenvorstehern aus Deckbergen (Alexandra Backhaus), Fischbeck (Helga Koch, Solveig Mitchell, Andrea Lüneberg), Hessisch Oldendorf (Katrin Söffker-Bock, Michael Hensel), Segelhorst (Elke Röser) und Weibeck-Krückeberg (Claudia Jakob, Siegfried Triebold) hat über diese Frage beraten und kam zum Schluss, sie umzuformulieren:
Wie viele Gottesdienste können wir denn noch feiern, wenn die Zahl der Pastorinnen und Pastoren weiter reduziert wird?
Für die Reduzierung der Stellen gibt es nachvollziehbare Gründe:
- Kirchenaustritte – dadurch weniger Stellen für Pastor/innen im Verband.
- Pensionierungswelle – dadurch bevorstehende Vakanzen.
- Pfarrer/innenmangel – es gibt zu wenig Nachwuchs. Das könnte evtl. dazu führen, dass wir Stellen ausschreiben, auf die sich niemand bewirbt.
Schon lange ist klar, dass nicht mehr in allen sechs Gemeinden an jedem Sonntag ein Gottesdienst gefeiert werden kann.
Maßstab für die Häufigkeit ist die Gemeindegröße.
In Großenwieden wird noch ein Gottesdienst alle vier Wochen gefeiert, in Deckbergen, Segelhorst und Weibeck-Krückeberg vierzehntägig, in Fischbeck und Hessisch Oldendorf wöchentlich.
Die Arbeitsgruppe befindet diesen Maßstab grundsätzlich als nachvollziehbar und sinnvoll.
Die aktuellen Gemeindegliederzahlen zeigen deutlich:
Zukünftig können in Hessisch Oldendorf innerhalb von vier Wochen noch drei Gottesdienste gefeiert werden.
Ein gemeinsames Gottesdienstkonzept sieht außerdem vor, dass es zuverlässig drei Gottesdienste an jedem Sonntag in den Gemeinden der Kirche im Wesertal geben wird, falls die drei Pfarrstellen, die dem Gemeindeverband zustehen, auch wirklich besetzt werden. Sollte das nicht der Fall sein, müsste ein Notfallplan greifen, der aber hoffentlich in der Schublade bleiben wird.
Ausgenommen von dieser generellen Regelung sind kirchliche Feste wie Heiligabend, Karfreitag oder Ostern; da war es schon immer selbstverständlich, dass Pastorinnen und Pastoren mehrere Gottesdienste am Tag leiten. Das Pfarramt wird sich bemühen, gute Lösungen für solche Tage zu finden.
Der Arbeitsgruppe ist wichtig, dass es nicht allein darum gehen kann, möglichst viele Gottesdienste irgendwie, irgendwo und irgendwann zu feiern, sondern auch eine Qualität zu sichern, wie sie von der Vollversammlung gefordert wurde.
Für die Arbeitsgruppe Michael Hensel


